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Vorübergehend Für den publikumsverkehr geschlossen

Leider bleibt unser Hof auch weiterhin für den Publikumsverkehr mit Ponyreiten, Kindergeburtstagen und Planwagenfahrten, sowie das Reiterstübchen geschlossen.




DAS JAHR, IN DEM NICHTS IST, WIE ES MAL WAR

Januar 2020. Auf der Bonanza-Ranch geht alles seinen gewohnten Gang. Einsteller und Gäste sitzen im „Reiterstübchen“ oder bei milden Temperaturen sogar im Biergarten; die jüngsten Besucher entdecken beim Ponyreiten die Welt hoch zu Ross; in der Reithalle und auf den Plätzen wird geritten, longiert, mit den Pferden gearbeitet. Niemand ahnt zu diesem Zeitpunkt, was in den nächsten Monaten auf uns alle zukommt.

 

Im Februar macht eine zunächst vielleicht „nebensächlich“ klingende Meldung die Runde in den Medien. Ein neues Virus. Es breitet sich rasend schnell auf der ganzen Welt aus. Bekannt ist zu diesem Zeitpunkt lediglich die hohe Ansteckungsgefahr. 

 

Zur Eindämmung beschließt die Bundesregierung Mitte März, das öffentliche Leben weitgehend einzuschränken. Für die Ranch heißt das konkret: „Reiterstübchen“ und Biergarten geschlossen, alle bereits gebuchten Kindergeburtstage, Planwagenfahrten und Veranstaltungen absagen, Zugang zu den Pferden nur noch für Einsteller und Reitschüler erlauben.

 

Es ist für mich persönlich ein sehr schwerer Moment, als der Spielplatz und die Eingangstore für den Publikumsverkehr geschlossen werden müssen. Die Ranch steht seit Jahrzehnten für „Pferd als Freund und Partner“ und ist weit über die Grenzen von Katzweiler hinaus bekannt für Familien- und Kinderfreundlichkeit. Wird das alles irgendwann wieder so sein wie vor dem Lockdown? Werden wir uns alle gesund wiedersehen? Werden die Jüngsten mit leuchtenden Augen nach dem Ritt von „ihrem“ Pony absteigen? 

Doch für Emotionen bleibt nicht viel Zeit. Jetzt müssen die nächsten Wochen organisiert werden, denn die Pferde auf dem Hof fordern ihre Normalität. Was passiert, wenn von meinen Mitarbeitern oder Einstellern jemand positiv getestet wird? Wer springt dann ein? Wie geht es finanziell weiter? Denn schließlich fallen mit der Schließung für den Publikumsverkehr auch Einnahmequellen weg. 

Notfall- und Versorgungspläne werden gemacht. Zum einen geht es darum, rechtzeitig zu klären, wer welchen Mitarbeiter ersetzen und dessen Aufgaben übernehmen kann. Zum anderen muss gewährleistet werden, dass neben unseren Schulpferden und Ponys auch die Pferde der Einsteller versorgt werden, sollte es den Besitzer oder die Besitzerin „erwischen“. 

Die nächste Zeit ist geprägt von einem vorher in dieser Form nicht gekanntem Zusammenhalt. Plötzlich werden Probleme und Themen, die oft lange (und manchmal leider auch unnötige) Diskussionen mit sich bringen, unwichtig. Dafür gibt es sehr viele Hilfsangebote, egal, ob durch Mithilfe auf dem Hof durch Einsteller oder finanzielle Unterstützung. 

Es ist für mich sehr berührend, dass Reiter, die Schulpferde gemietet haben, die vollen Kosten für die Pferde übernehmen wollen, sollte es nötig werden. Das sind die Gespräche und Momente, die emotional sehr bewegen und die ich nicht vergessen werde.

 

Die Einsteller und Reitschüler werden mit einer neuen Herausforderung konfrontiert. „Doodle“ heißt das Zauberwort. Mit dieser Zeitplanung kann jeder die Besuchszeit für sein(e) Pferd(e) festlegen. So werden zu viele Menschen auf dem Hof vermieden, denn es sind tatsächlich nur maximal 10 Personen zugelassen. Nach kleinen anfänglichen User-Problemen funktioniert das System reibungslos.

 

Inzwischen sind vier Wochen vergangen. In meinem Umfeld gab es nur einen Covid-19-Fall, der glimpflich verlaufen ist. Immer öfter kommen Kinder auf mich zu und fragen, wann sie wieder zu den Pferden dürfen. Auch die Eltern suchen die Möglichkeit der Beschäftigung ihrer Kinder bei uns. Aus allen Gesprächen ist herauszuhören, dass es fehlt, auf der Ranch einen Sonntagnachmittag beim Ponyreiten oder in gemütlicher Runde in der Gastronomie zu verbringen oder einfach mal eine Runde über den Hof zu gehen. Auch diese Gespräche sind es, die mein Team und mich veranlassen, die Ärmel hochzukrempeln, sich mit der Situation auseinanderzusetzen, aber auch Ideen für die Zeit nach dem Lockdown zu sammeln. Finanziell nimmt die Soforthilfe erst einmal den größten Druck und gibt gedanklich den nötigen Freiraum.

Während der erzwungenen „Ruhepause“ machen wir uns Gedanken, was wir in der Gastronomie anders machen können und werden. Es entsteht die Idee der Event-Freitage. Pizza, Burger, Wraps - ein paar Wochen später wissen wir, wie gut diese Freitage ankommen. Auch die erforderlichen Reservierungen stören nicht. 

 

Am Vatertag Mitte Mai ist es dann endlich soweit: Wir dürfen „Reiterstübchen“ und Biergarten wieder öffnen! Werden Gäste kommen oder halten sie die AHA-Regeln von einem Besuch ab? 

Wir sind überwältigt von dem regen Zuspruch. Auf dem Tresen im „Reiterstübchen“ steht jetzt, neben den Brezeln und Brötchen, ein Ständer mit Mund-Nase-Schutzmasken. Auch die notwendige Kontaktdatenerfassung ist problemlos. Unsere Gäste genießen in diesem Jahr Urlaub auf der Ranch

statt Urlaub im Ausland. 

Die Einsteller freuen sich, die Ranch wieder ohne Zugangsbeschränkungen und Besuchszeiten betreten zu dürfen.

Nur die Ponyreitgäste müssen sich leider bis zur Wiedereröffnung noch gedulden. Doch Anfang Juni hat dieses Warten endlich ein Ende! Auch hier gibt es eine Neuerung und Zweifel, wie diese aufgenommen wird. Ich bin mehr als erleichtert, dass es überhaupt kein Problem ist, sich „sein“ Pony online zu reservieren und zur vereinbarten Zeit zu reiten. Fragen werden unkompliziert telefonisch geklärt, und siehe da - auch dieses Buchungssystem findet regen Zuspruch und wird gern angenommen. Immer wieder bekomme ich Feedbacks, die zeigen, dass genau dieser Weg der Richtige ist:

 

„Ich habe dieses Jahr sehr oft euren Hof besucht zum Ponyreiten.“

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„Das ist einfach immer perfekt organisiert und immer alle super freundlich. Jeder gibt sich Mühe, dass alles reibungslos abläuft. Wenn mal ein Pony keine Lust hat zum Laufen bzw. man vielleicht nicht klarkommt, dann wird sich darum gekümmert, dass man Ersatz bekommt. Einfach alles perfekt organisiert.“

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„Ich habe jetzt jedes Pferd schon gehabt zum Ponyreiten und kam mit allen einfach super klar.“

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„Ich liebe Pferde über alles, nur kann ich mir selbst keins leisten, leider. Bin auf jeden Fall froh, dass ihr sowas anbietet, es ist eine große Freude für Kind und Eltern. Ihr macht das super, weiter so.“

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„Ich bleibe euch treu und werde immer wieder kommen.“

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„Es war toll, dass die Kids endlich wieder ponyreiten konnten. Alles toll gelaufen, Übergabe mit Maske, keine Wartezeit und keine Warteschlange, tolle Ponys, nettes Übergabepersonal, leckere Pizza (danach im Freien) und glückliche Kinder. Danke schön!“

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Die positiven Reaktionen haben mich überwältigt. Natürlich gebe ich den Dank und die Anerkennung gern an mein Team weiter, ohne das es nicht möglich ist, diese etwas andere Zeit durchzustehen: Martina, Jutta und Moni für die Gastronomie, Katharina für die „Cowboy-“ und „Einhorn-Tage“, Hannah und Moni für den Ponydienst. 

 

Jetzt sind wir seit einigen Wochen im zweiten Lockdown. Wieder ruht das Leben auf der Bonanza-Ranch oder geht nur stark eingeschränkt weiter. Doch gemeinsam werden wir auch die zweite Zwangspause überstehen und sehen zuversichtlich in die Zukunft. Das Jahr, in dem nichts ist, wie es mal war, ist fast vorüber. 2021 muss besser werden. Das Team der Ranch freut sich auf die Rückkehr zur Normalität, viele Gäste, glückliche Ponyreit-Kinder und zufriedene Einsteller und Reitschüler.

 

Eure Conny